Die Saar
Seitdem die erste Brücke in der Nähe der jetzigen Stadt über den Fluss Saar gebaut wurde, trägt diese den Namen Saarbrücke. Geschichte und Gegenwart der Stadt sind untrennbar mit der Saar verbunden. Die Saar entspringt auf französischem Gebiet am Donon, einem Berg in den Vogesen im Elsass. Die beiden Quellflüsse sind die Weiße Saar und die Rote Saar, die sich später zur Saar vereinigen. Auf einer Länge von 227 Kilometern durchfließt diese vom französischen Staatsgebiet kommend das Saarland, um dann später im Bundesland Rheinland-Pfalz in die Mosel zu münden. An dieser Stelle hat sie im jährlichen Mittel einen Wassereintrag von über 78 Kubikmetern je Sekunde.
Die obere Saar durchfließt auf französischem Gebiet ein eher von der Landwirtschaft geprägtes Gebiet, während sie im Saarland auf eine von Kohlebergbau und Stahlerzeugung gekennzeichnete Landschaft trifft. Die mittlere Saar ist ab Saargemünd schiffbar und wird ab hier vorwiegend von Industrie- und Siedlungsgebieten geprägt. Die Schiffbarkeit der Saar in diesem Bereich war ja auch eine der wichtigsten Voraussetzungen, dass hier die Montanindustrie prosperierte. Ab Merzig durchfließt die untere Saar einen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Die Landschaft ist hier gekennzeichnet durch relativ enge Täler und viele Schleifen des Flusses. Deren bekannteste ist sicherlich die auf vielen Fotos und Gemälden verewigte Saarschleife nahe Mettlach. Um die Schifffahrt auf der Saar auch für größere Schiffe möglich zu machen, wurde eine Reihe von Staustufen künstlich angelegt. Diese überbrücken beispielsweise bei der Staustufe Serrig einen Pegelunterschied von bis zu 15 Metern. Dieses starke Gefälle des Flusses und die Tatsache, dass er beträchtliche Mengen an Wasser führt, machten es sogar möglich, dass einige kleinere Wasserkraftwerke an den Staustufen errichtet wurden.
Am Unterlauf des Flusses wird in nicht unerheblichen Maße Weinanbau betrieben. Die am häufigsten angebaute Sorte ist ein Riesling. Die zu diesem Zweck angelegten Terassen prägen ebenso das Bild der Landschaft wie die schon erwähnten zahlreichen Schleifen der Saar. Der Weinbau und die reizvolle Landschaft beförderten in den letzten Jahrzehnten den Tourismus in dieser Region, die vormals als von der Montanindustrie verdreckt und zerstückelt einen eher anrüchigen Ruf genoss.